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Rassistische und unfaire Schiedsrichter beim Berliner Basketballverband

Offensichtlicher Rassismus beim Berliner Basketball Verband wird unter den Tisch gekehrt,

Kinder von ISS Berlin e.V. (Interkulturelle Sportakademie)  wollen nie wieder am Berliner Mini Turnier teilnehmen, obwohl sie Turniermeister wurden. Sie wurden gefault und  verletzt, die Schiedsrichter haben mehrfach zugesehen, weder abgepfiffen noch Foul ausgerufen.

Der Berliner Basketball Verband lud alle Berliner Kinder/Jugend Basketball Vereine zu einem Wettkampf in der Max-Schmeling Halle am 11. und 12. 5.13 ein.

Auch der ISS war zu diesem Wettkampf eingeladen.  Der ISS- aus Kreuzberg erschien mit einem Team von 9 Kindern, davon 100% multi-ethnischer Herkunft. Dieser Verein wurde im Jahr 2008 aus dem Gedanken heraus, Chancengleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund im Sport zu fördern, gegründet. Die Trainer und Verantwortlichen sind durch jahrelange Erfahrung, mit der Erkennung von Rassismus und dem konkreten  Vorgehen im Falle von Diskriminierungstendenzen vertraut und ausgebildet.

Begleitet  von den Eltern, den Trainern Nelson Brown und Alex Rapp und dem Vorsitzenden des Jugendprogrammes Anthony Baggette erschienen die Spieler  am Samstag Morgen in der Max Schmeling Halle. Sie waren mit das auffälligste Team, da die, bis auf wenige, anderen SpielerInnen, TrainerInnen und auch SchiedsrichterInnen  ausschließlich weißer Hautfarbe waren.

Das erste Spiel gegen Lichtenrade begann ca. 11 Uhr. Als der Spieler des ISS  zu einem letzten Wurf ansetzte., wurde er von einem Spieler des Lichtenraders Vereins umgerannt, der ihm dann noch absichtlich auf den Fuß trat  – Unsportsmanlike Foul- wurde nicht ausgerufen! Die Schiedsrichterhin hat angeblich nichts gesehen. Obwohl der ISS Spieler weinend mit Schmerzen auf dem Boden lag, wurde eine Entschuldigung nicht einmal in Betracht gezogen.

Anthony Baggette sagte, ein solches Foul sei ihm noch nicht untergekommen und er konnte nicht verstehen, warum dieses Kind anschließend ohne Sanktion weiterspielen durfte. Im ISS sei es üblich, die Kinder zur Seite zu nehmen, und sich mit einem Handschlag zu endschuldigen. Später fragten ihn Vertreter des BBV warum Anthony nicht selbst die Kinder zur Seite genommen hätte um das Problem zu klären. Eine unangebrachte Äußerung, da Anthony nicht der Schiedsrichter war.

Sie hatten zwei weitere Spiele an diesem Tag, die reibungslos verliefen.

Am zweiten Tag kamen sie wieder zur selben Zeit an und das erste Spiel gegen TusLi (Tus Lichterfelde)   sollte ca. 11 Uhr anfangen.  Der offizielle Schiedsrichter nahm einen Stift und änderte die Regeln, wobei er bemerkte, diese Änderungen seien letzte Nacht beschlossen worden.

Daraufhin beschwerten sich Nelson, Anthony und Alex. Im Zeitalter der Informationstechnik hätten sie leicht informiert werden können. Darauf bekamen sie keine Antwort, nur das es nun einmal so sei und sie jetzt bitte spielen sollten.

 

Das zweite Spiel von ISS am Sontag  gegen TUSLI wurde von den selben drei farbigen Coaches angeleitet, Nelson (black american), Anthony (Black american) Alex  Rapp (afro-europäisch).

Bereits vor dem Spiel wurden zwei Trainer des ISS der Bank verwiesen.

„Warum?“ fragte Anthony.  „Weil Du zuviel redest!“ antwortete der Schiedsrichter unhöflich. „Aber ich habe nur mit meinen Partnern und den Kindern geredet, das ist normal während eines Spiels, und es war in Englisch, vielleicht haben Sie mich nicht verstanden?“ sagte Anthony zum Schiedsrichter. Dieser antwortete völlig unbegründet: „Du musst auf der anderen Seite des Spielfeldes sitzen weil Du immer so machst“ um diese Aussage zu verdeutlichen, riss er seine Arme hoch. Anthony war entsetzt über dieses unprofessionelle, extrem unhöfliche und respektlose Verhalten des Schiedsrichters. Der Schiedsrichter hatte keinen der Coach zuvor gesehen, und duzte jeden von ihnen auf abfällige Art und Weise. Die Trainer der anderen Vereine saßen, ebenfalls alle zu zweit oder dritt auf der Bank, ohne dass es den Schiedsrichter störte.

Anthony versuchte zu protestieren, doch der Schiedsrichter behauptete eiskalt: „die Regeln besagen, dass nur ein Trainer bei diesem Spiel auf der Bank sitzen darf.“ Da bat ihn Anthony, diese Regel aufzuschreiben und mit seinem Namen zu unterzeichnen. Natürlich schrieb der Schiedsrichter nichts, stattdessen drohte er, das Spiel sofort und zu Gunsten des TUSLI  zu beenden. „Wie bitte?“ empörte sich Anthony“ dann erheben wir offiziellen Protest, geben Sie uns bitte ihren Namen“, „Das ist egal“

sagte der Schiedsrichter, „ich nehm’s mit nach Hause und hänge es an meinen Kühlschrank.“

Also gingen Anthony und Nelson auf die andere Seite des Spielfeldes und ließen ihren jüngsten Coach zurück, das Spiel offiziell zu leiten.

„Das war das brutalste und unfairste Spiel in dieser Altersgruppe, das ich in meiner 52 jährigen Basketball Laufbahn erlebt habe“, so Anthony später. „Unsere Spieler wurden mit Füßen und Ellbogen gestoßen und, die Schiedsrichter kontrollierten das Spiel nicht, sie pfiffen nicht wegen der Fouls und so wurde es immer brutaler. „Es war wirklich gefährlich, wir waren alle sehr besorgt um das Wohl unserer Kinder. Eines unserer Kinder wurde zum Beispiel von einem TUSLI Spieler mit dem Knie gerammt, es fiel unter Schmerzen zu Boden. Der Ball kullerte ins Aus. Der Schiedrichter pfiff und übergab den Ball an die gegnerische Mannschaft, noch während das Kind sich am Boden liegend krümmte und bitterlich weinte. Es gab kein Foul seitens des Schiedsrichters!!!!“

Alle Spiele in dieser Alterklasse werden mit einem kleineren Spielball der Größe 5 gespielt . Nelson und Alex wurden auf Anfrage, da ihnen der Spielball größer als normal vorkam, kurz vor Spielbeginn informiert, dass ein Ball der Größe 6 benutzt werden müsse.  Dies sei üblich und werde  bei dem Turnier im Finale jedes Jahr so gemacht . behauptete der Schiedsrichter.  Es gab nur einen 6er Ball in der ganzen Halle und mit diesem Ball wärmten sich die TUSLI Spieler auf. „Wären wir rechtzeitig informiert worden, hätten wir selbst einen 6er Ball mitgebracht, damit sich unsere Kinder ordentlich vorbereiten können“, sagte mir Anthony im Interview.

In dieser Altersgruppe spielen die Kinder einander deckend (man to man), das ist Vorschrift. Die größten der TUSLI Spieler und die, die unter dem Basketballkorb in der Abwehr standen, spielten nicht nach dieser Regel. Das störte den Schiedsrichter scheinbar nicht. Als zwei ISS Spieler in der Verteidigung sich gegenseitig aushalfen, indem sie ‚ihren Mann’ wechselten, kassierten sie gleich zweimal ein technisches Foul, (die gegnerische Mannschaft bekommt dann automatisch einen Punkt.) Die TUSLI Spieler respektierten diese Regel nicht, und zwar während des gesamten Spiels, doch bekamen sie kein einziges Foul.

Trotz des extrem unfairen Spieles, und obwohl der Schiedsrichter ausgesprochen rassistisch, unhöflich und parteiisch war, gewannen die Spieler des ISS alle Spiele und wurden Champions des Wettbewerbes. Die Kinder waren jedoch so enttäuscht und verletzt, dass sie sofort die Halle verlassen wollten und auf das Gruppenbild dieses Wettkampfes keine Lust hatten. Aus diesem Grund ist das Gewinnerteam nicht auf den Fotos auf der Homepage des BBV. Auch nächstes Jahr wollen sie unter keinen Umständen an einem weiteren demütigenden und ungerechten Kampf teilnehmen.

 

Während des von den Eltern der diskriminierten SpielerInnen ins Leben gerufenen Gesprächsrunde die zusammen mit den Trainern, Herrn Biplab Bassu von Reach Out und den Vertretern des BBV Jugendausschusses am 22.5.13, gab sich der BBV als nicht verantwortlich  und wollte dann mit einer Plakette gegen Rassismus und einer Plakataktion ein öffentliches Statement abgeben, nämlich, daß Rassismus im BBV nicht toleriert würde. Eine glatte Lüge, in Betracht der Lage, dass bis heute, zwei Wochen später,  der Berliner Basketballverband noch immer kein feedback bezüglich des Schiedsrichters gegeben hat und scheinbar nicht mit den Schiedsrichter dieses Spiels gesprochen hat Stattdessen haben sie sehr klar verlauten lassen, dass sie nicht wüssten wer diese Schiedsrichter gewesen wären,  denn alles sei auf ehrenamtlicher Basis organisiert worden. Außerdem läge es in der Verantwortlichkeit des ISS, diese Namen heranzubringen. Und das obwohl verschiedene Mitglieder mehrfach erklärt haben, dass der Schiedsrichter sich geweigert hat, seinen Namen zu nennen. Die Schiedsrichter werden vom Organisator bestimmt, in diesem Fall der BBV. Wie können die Verantwortlichen des BBV also nicht wissen wer diese Schiedsrichter waren?

Wir fordern eine offizielle Entschuldigung durch den BBV, den Schiedsrichter und den TUSLI Spielern, wir fordern Sanktionen für die betroffenen Schiedsrichter

Rassismus kann nicht durch Imagepflege des BBV in Plakataktionen u.ä. bekämpft werden, sondern nur wenn Rassismus als solcher benannt wird und die Menschen mit rassistischem Verhalten zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Sonja Prinz, New Generation Berlin e.V.

Am Sontag, 09.06.13 gibt es eine Party für die Gewinner, und Global New Generation ist dabei und führt das interkulturelle Kindermusical “Otieno auf Safari Kubwa” auf